Gastbeitrag: LPO2003-Fristen um ein Jahr verlängert

LPO2003 – ist für einige sicherlich noch ein Begriff. Das alte Lehramtsstudium läuft 2016 bzw. 2017 für etwa 13.000 Studenten in NRW aus. Wer bis dahin beispielsweise unerwartet erkrankt, sein Studium komplett selbst finanzieren muss, schwanger wird oder einen Angehörigen pflegen muss, kann eventuell Pech haben und exmatrikuliert werden. Natürlich stellt sich hier die Frage, warum ein solch massiver Druck auf die alten Lehramtsstudenten ausgeübt wird, während Diplom-Studenten über eine Dekade nach der letzten Diplom-Einschreibung weiterhin landesweit studieren. Nein, das ist kein Appell dafür, Diplom-Studenten nun unter Druck zu setzen; die Frage nach dem Warum ist jedoch berechtigt. Nicht jeder möchte offen über seine Erkrankung sprechen um ggf. eine Verlängerung zu erwirken. Wer weiß außerdem, ob die sechsmonatige Pflege meiner Großmutter als Härtefall gilt? Und was ist mit einem Auslandssemester? Fällt das nun weg, weil ich unbedingt in der Zeit Prüfungen absolvieren muss, damit ich die knappen Fristen einhalten kann und nicht exmatrikuliert werde? Ein Studium unter Druck und Angst absolvieren? Ein kritisches und reflektiertes Studium ist so unmöglich. Was meint ihr dazu? Was die Fristen angeht, gibt es in den letzten Tagen zum Glück gute Nachrichten: Das Kabinett von NRW-Schulministerin Löhrmann hat am 29.09.2015 die Verlängerung der Fristen für alle „alten“ Lehramtsstudenten um ein Jahr bis 2017 bzw. 2018 beschlossen. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber zum Glück gibt dies über 10.000 Studenten in NRW wieder etwas Luft zum Atmen.

Anastasios Mantes

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