FuNah – Fußball spricht seine eigene Sprache

In der Oskar-Schindler-Gesamtschule in Hildesheim ist der Anblick von jungen Menschen in blauen Trainingsanzügen am Mittwochnachmittag nicht untypisch. Nach dem regulären Unterricht treffen sich einige Schüler_innen mit Lehramtsstudierenden der Universität Hildesheim zum Lernen und Kicken. Wer momentan lautstark postuliert, dass Integration nicht funktioniert, sollte sich anschauen, wie Kinder unterschiedlichster Herkunft hier gemeinsam um jede Fußballbelohnungsminute eifern. Hierin liegt nämlich das Prinzip von FuNah (Fußball und Nachhilfe). Die Kinder arbeiten 45 Minuten lang an ihren Hausaufgaben, bei denen sie von den zahlreichen Helfer_innen vor Ort unterstützt werden, oder erweitern ihre Sprachkompetenzen mit dem Fördermaterial, das die angehenden Lehrkräfte mitbringen. Für erbrachte Leistungen im Klassenzimmer erhalten die Kinder Zusatzminuten für das anschließende Fußballspiel. Doch auch Minuspunkte werden verteilt, wenn die Klasse etwa zu laut wird. Vor dem Gang in die Turnhalle wird noch einmal im Plenum gemeinsam reflektiert, wie die Stunde abgelaufen ist. So kommen die einzelnen Schüler_innen zu Wort, ohne dass sie sich unter Druck gesetzt fühlen.

Spielerisch fairstehen

Ähnlich läuft dies in der Turnhalle ab. Blitzschnell sind die Mädchen und Jungen umgezogen. Sie haben die FuNah-Regeln bereits gut verstanden. Der Wechsel der Mannschaften zwischen den einzelnen Spielen verläuft reibungslos. Die Kinder am Seitenrand fiebern bei jedem Spiel mit. Auch wenn es zwischen zeitlich wild wird, im anschließenden Reflexionsgespräch können die jungen Fußballer_innen sich sehr gut einschätzen und Verbesserungen für die nächste Woche formulieren. Besonders auffallend ist hierbei der respektvolle Umgang miteinander – zwischen den Schüler_innen selbst und ihnen und den Trainer_innen. Wie schon viele internationale Fußballevents bewiesen haben, spricht der Fußball seine eigene Sprache; spielerisch fairstehen sagt FuNah dazu.

Gegründet wurde das Projekt von den Fußballern und Lehramtsstudierenden Omar Fahmy und Dominik Feer, die hierbei von der Universität Hildesheim sowie weiteren Helfern unterstützt worden sind. Sie verbinden mit FuNah ihre großen Leidenschaften: Das Lehren und Fußball. FuNah wird momentan jeweils an einer Schule in Peine und Hildesheim angeboten. Die Zahl der Anfragen weiterer Schulen steigt stetig. Die Gründer überlegen derzeit wie das Projekt weiterhin wachsen kann. Aus diesem Grund können wir allen Lehramtsstudierenden in Niedersachsen nur ans Herz legen: Nutzt diese Gelegenheit, um erste Praxiserfahrungen mit Kindern zu sammeln, die sich jede Woche neu auf das Projekt freuen. Außerdem könnt ihr euch so den Gang zum Fitnessstudio sparen, denn auch die Studierenden setzen Fuß an den Ball. Bei Interesse meldet euch hier: info-funah@gmx.de. 

Weitere Informationen findet ihr auf der Internetseite von FuNah: http://funah.de/ oder bei Facebook: https://www.facebook.com/funahfair/?ref=br_rs

 

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